pervert conversation

‹Choreography is a negotiation with the patterns your body is thinking›
Burrows, p. 103

pervert conversation was a performance by Mira Hirtz, Carola Lingelbach, an unnamed performer and Michail Rybakov.
The main theme of this performance was the borders and forms of the human body, slowly mutating through movement.

Throughout the performance excerpts from german folk songs, Aristoteles, medieval pulp fiction and travelogs from the 19th century were read. The following is a collection of such literature, photographs and recordings of the rehearsals.

‹Do these two dancers share the same time, or do they hold to their own time? What are the benefits of sharing time, and what are the benefits of ignoring each other‘s time? What is the time of the audience? No relation at all is just another kind of relation. This is also a choice.›
Burrows, p. 123

‹How do I release my grip on the desire to do, enough that I can do?›
Burrows, p. 103

Das Auge und die Hand des Buschmanns sind fest und sicher. Er sendet seinen schrecklichen Pfeil von schwachem Rohr auf 70 Schritt mit einer erstaunenswürdigen Sicherheit und mit solcher Kraft daß ein Pferd damit durch und durch geschossen worden ist. Der Pfeil ist sogar auf 150 Schritt gefährlich aber der Schütze kann ihn nicht mehr in gerader Linie also nicht mit Präcision schleudern vorzüglich nicht wenn etwas Wind ist. Die Boers sagen daß der Bosjesman 10 Pfeile abschießen könne während der gewandteste Schütze einmal sein Gewehr zu laden im Stande sei; auch flößt der feige schwache Buschmann ihnen mehr Furcht ein als der muthige athletische Kaffer. Es giebt zwei besondere Racen Buschmänner die einen sind augenscheinlich wirkliche Hottentotten und man findet Leute darunter von ziemlich großem Wuchse die anderen gleichen in ihren Gesichtszügen den Chinesen oder mongolischen Tataren; auch sind sie immer sehr klein schmächtig und mager. Die Farbe ihrer Haut ist ein schmutziges Gelb wogegen die der wahren Hottentotten schmutzig lichtbraun ist wie etwa der Teint unserer Zigeuner.
Quelle: Reisen in Süd-Afrika während der Jahre 1840 und 1841. Beschreibung des jetzigen Zustandes der Colonie des Vorgebirges der Guten-Hoffnung. Von W. v. Meyer. Nebst Abbildung einer Löwenjagd

und weiter:

Das Herz besitzt auch eine Menge Sehnen und dies aus gutem Grunde. Denn von ihm entspringen die Bewegungen, und sie werden durch Kontraktion und Entspannung durchgeführt.

Viele haben aber auch an der Zunge und am Gaumen Zähne.

bei den Menschen aber wird das, was zwischen der Schädeldecke und dem Hals liegt, Gesicht genannt

Zunächst ist es so, daß das Körperhafte und Erdhafte in höherem Maße den größeren Lebewesen zukommt; denn ein ganz kleines Wesen, das Hörner trägt, kennen wir nicht.

Es haben nämlich nicht alle Tiere diesen Teil, sondern nur diejenigen, die das besitzen, um dessentwillen der Hals gewachsen ist.

„Auf das hin, was ,vorn‘ genannt wird, ist ja die Wahrnehmung und die Bewegung ausgerichtet. Denn durch eben diese Bestimmung ist das ,vorn‘ und das ,hinten‘ definiert“

Quelle: Aristoteles: Zoologische Schriften II (Über die Teile der Lebewesen)

»So wischt’ ich mich«, sprach Gargantua, »weiter mit einer Nachtmütz, mit einem Pantoffel, mit einem Kopfkissen, mit einem Ränzel, mit einem Spreukorb; aber, oh, des sehr unlieblichen harten Wisches! Darauf mit einem Hut, und hiebei merket, daß von diesen Hüten etlich glatt sind, etlich rauh, etlich sammten, etlich von Atlas. Die besten von allen sind die rauhen, denn sie bewirken eine sehr gute Entfernung der Fäkalmaterie.

Hernach wischt’ ich mich mit einem Huhn, mit einem Hahn, mit einem Küken, mit einem Kalbsfell, mit einem Hasen, mit einem Kolkraben, mit einer Taube, mit eines Advokaten Schriftsack, mit einer Mütze, mit einem Federball.

Sag’ aber schließlich und bleib’ dabei: es geht kein Arschwisch in der Welt über ein wohl geflaumet junges Gänslein, so man ihm den Kopf sanft zwischen die Bein hält; dieses glaubt mir auf meine Ehr; denn ihr verspürt am Arschloch eine unglaubliche Wollust, teils von der Sanftheit des Flaumes, teils von der temperierten Wärme des Gänsleins, welche leicht zum Arschdarm und den übrigen Därmen schlägt, ja bis in die Gegend des Herzens und Gehirns aufsteigt. Und glaubt nur nicht, daß der Halbgötter und Heroen Seligkeit in den elysischen Feldern, in ihrem Asphodill und Nektar oder Ambrosia besteht, wie diese alten Vetteln schwatzen. Nach meiner Meinung ist’s eben dies, daß sie sich mit jungen Gänslein die Arsch wischen. Und der Meinung ist auch der fromme Meister Jahn von Schottland gewesen.«
Quelle: François Rabelais: Gargantua und Pantagruel

„Die Ursache dieses Durcheinanders ist, daß wir im gewöhnlichen Leben von Ordnung sprechen, wenn wir eine Struktureigentschaft meinen. Im rein statistischen Sinne dagegen kann sich der Begriff auf jede Abfolge oder Anordnung beziehen, von der es unwahrscheinlich ist, daß sie aus bloßem Zufall zustande kommt.“
Quelle: Rudolf Arnheim: Entropie und Kunst. Ein Versuch über Unordnung und Ordnung. (S.26)